
Das Freiwillige Soziale Jahr Kultur von Moritz Großmann
Von September 2025 bis August 2026 hat Moritz Großmann in der Deutschen Stiftung Musikleben sein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur absolviert. Er hat außergewöhnliches Engagement gezeigt und ein mehr als gelungenes FSJ-Projekt organisiert. Ein Rückblick.
Nach seinem Abitur hatte sich Moritz Großmann für ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur entschieden und sich bei uns in der Stiftung beworben, um erste Erfahrungen im Kulturmanagement zu sammeln. Von Anfang an hat er sich, voller Tatkraft und Ideen, voll ins Team eingebracht. Er hat sich um unseren Instagram-Account gekümmert, im Hintergrund viel Datenarbeit erledigt und sich zusätzlich als Bundesfreiwilligenvertreter der Freiwilligendienste Kultur und Bildung engagiert. Ganz besonders wird aber sein erfolgreiches FSJ-Projekt in Erinnerung bleiben.
Zugegeben, als Moritz das erste Mal seine Idee aussprach, kam uns sein Plan fast eine Nummer zu groß und jedenfalls ganz schön wagemutig vor: ein Konzert zu organisieren, bei dem Stipendiat:innen hispanische und südamerikanische Musik präsentieren – und das in Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes im Chilehaus Hamburg. Einen ganzen Konzertabend auf die Beine zu stellen, bedeutet für sich schon sehr viel Arbeit. Dann die Kooperation, die viele Absprachen erfordert – und zuletzt lag das angedachte musikalische Repertoire doch ein wenig außerhalb unseres sonstigen Schwerpunkts, der europäischen Klassik …
Nach einer längeren Phase der Konzeptarbeit und der Überlegungen trat Moritz an das Instituto Cervantes heran, und es folgte ein persönliches Treffen mit Frau Navarro und Frau Rodriguez Grijalba vom Instituto, an dem von Stiftungsseite außer Moritz Bettina Bermbach und Farah Winning-Momberg teilnahmen. Der Termin war erfolgreich: Die Idee und Initiative kamen gut an, und wenig später stand der Konzerttermin.
Nun mussten die Musiker:innen engagiert, die Noten beschafft, ein Plakat erstellt, Einladungen verschickt, Anmeldungen entgegengenommen, ein Restaurant für die Künstler:innen reserviert, ein Programmzettel verfasst werden und so weiter … All dieser kleinteiligen Arbeit rund ums Konzert widmete sich Moritz mit fortwährendem Engagement und Begeisterung für seine Sache. Er führte sogar ein Interview mit Sergio Cervetti, dessen Werk er auf das Programm gesetzt hatte, und das er in seinen Artikel zur Konzertankündigung einbettete.
Am Konzerttag betreute Moritz die drei Musiker:innen und übernahm die Moderation, um selbst sein Publikum willkommen zu heißen. Er schrieb einen Konzertrückblick für unsere Webseiten-Rubrik Aktuelles. Und in den Tagen nach dem Konzert war er entscheidend beteiligt an den abschließenden Formalitäten (Nachbearbeitung, Abrechnung etc.).
Es war gewiss eine aufregende Reise, so ein großes Projekt das erste Mal alleine zu stemmen, auch wenn man Moritz dank seiner ruhigen, souveränen Ausstrahlung nichts davon anmerkte. Aber wir wollen dennoch nachfragen:
Lieber Moritz, gab es einen Moment, an dem Du am Gelingen deines Projektes gezweifelt hast?
Da ich die Konzertidee schon sehr früh entwickelt habe, war ich von Beginn an zuversichtlich, dass ich die Initiative auch umsetzen kann. Zu dem Zeitpunkt hatte ich allerdings noch keine Erfahrung damit, wie lange gewisse Absprachen dauern und Korrespondenzen in Anspruch nehmen würden. Zwischen der ersten Idee und der Kontaktaufnahme zu den Stipendiat:innen lag etwa ein halbes Jahr. Als ich also endlich die Musiker:innen für das Programm anfragen konnte, hatte ich große Bedenken, dass ich keine passenden Stipendiat:innen für das Konzert finde, welches schon in wenigen Wochen stattfinden würde. Umso erleichterter war ich, als ich Jimin, Veronika und Felix sofort für das Projekt gewinnen konnte!
Womit bist Du besonders zufrieden, wenn Du an dein FSJ-Projekt denkst?
Ich bin dem Stiftungs-Team aber auch dem Instituto Cervantes Hamburg sehr dankbar, dass sie die Projektidee so unterstützt haben. Es macht mich froh zu hören, dass mein Konzert sowohl in der Idee als auch in der Umsetzung so gelungen ist. Ich habe viel positive Resonanz dafür erhalten.
Würdest Du ein ähnliches Konzert gerne erneut organisieren?
Meine Motivation das Konzert zu organisieren, lag darin, versteckte musikalische Schätze zu würdigen. Da ich selbst ein Auslandsjahr in Uruguay gemacht habe, wusste ich, wie vielseitig klassische Musik aus Lateinamerika sein kann. Wir leben in einer so globalisierten Welt, in der die Vermischung von Kulturen hochaktuell ist. Warum diesen Interkulturellen Austausch nicht auch in Form von Musik fördern? Wenn ich mit so einem Konzertabend auch nur eine Person für die Klangwelt Lateinamerikas begeistern konnte, hat sich meine Arbeit schon gelohnt. Gerne möchte ich den Versuch noch einmal wagen, Hörgewohnheiten zu hinterfragen.
Hat Deine Zeit bei der Deutschen Stiftung Musikleben die Pläne für Deinen Berufsweg beeinflusst oder verändert?
Tatsächlich macht mir die Arbeit in der Stiftung sehr viel Spaß. Davon bin ich vorher nicht in diesem Maße ausgegangen. Besonders der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit hat mir sehr viel Freude bereitet, sodass ich mir gut vorstellen kann, während meines kommenden Studiums einen Aushilfsjob in dieser Branche anzufangen. Obwohl mir die Arbeit sehr gefällt, bin ich trotzdem froh, ab Oktober ein eher praxisorientiertes Studium zu beginnen.
Hiermit bedanken wir uns sehr herzlich bei Dir! Es war uns eine große Freude, Dich hier zu haben – was Du hier in der Geschäftsstelle der Stiftung an Arbeit und Persönlichkeit eingebracht hast, war eine Bereicherung.
Während seiner Zeit bei uns hat sich Moritz parallel auf seine Aufnahmeprüfung für das Studium der Elementaren Musikpädagogik mit dem Hauptfach Harfe vorbereitet, die er kürzlich bestanden hat: Er wird ab Oktober an der Hochschule für Musik und Tanz Köln studieren. Wir wünschen ihm schon jetzt dafür alles Gute und sind davon überzeugt, dass wir wieder voneinander hören werden.
Foto: Claudia Ernestine Clasen
