
Kleine Vergabe in der Ersten Brunnenstraße
In diesen Tagen sind wir in der Geschäftsstelle mit der Kleinen Vergabe des Deutschen Musikinstrumentenfonds beschäftigt: Ausgezeichnete Streichinstrumente gehen an ausgewählte Preisträger:innen von Jugend musiziert.
Wenn die traumhaften ersten Töne von Tschaikowskys Violinkonzert im Raum nebenan 25 mal erklingen, dann ist wieder die Zeit im Jahr, die wir besonders lieben: Wir bekommen in den Stiftungsräumen in der Hamburger Neustadt Besuch von hochtalentierten jungen Leuten, die Streichinstrumente probespielen dürfen. Denn sie haben sich einen Preis beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert gesichert und sich daraufhin bei uns um ein Instrument aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds beworben.
In diesen Tagen und Wochen werden nicht selten Bande geknüpft, die viele Jahre oder sogar Jahrzehnte halten – manche Stipendiat:innen behalten ihre Instrumente aus der Kleinen Vergabe, bis sie 30 Jahre alt sind und erspielen sich damit ihre ersten Orchesterstellen.
So ein Probespiel ist aufregend: Welches Instrument klingt auf welcher Saite wie? Eher direkt und klar oder doch warm? Wie gestalten sich die klanglichen Übergänge zwischen den Saiten und den Lagen? Wie reagiert das Instrument im piano und im forte, bei legato-Strichen und im staccato? Wie spielt es sich mit pizzicato und im flageolett? Fügt es sich klanglich gut ins Orchester ein oder sticht es eher hervor? Das alles sind entscheidende Fragen, welche die jungen Musikerinnen und Musiker individuell für sich und ihre Spielpraxis beantworten müssen. Der Auswahlprozess braucht Zeit, die Entscheidung will wohlüberlegt sein.


Das ganze DSM-Team fiebert mit, wenn sich langsam herauskristallisiert, welche Geige, Bratsche oder welches Cello es sein soll! Die Freude, wenn das passende Instrument gefunden ist, ist immer riesig. Einerseits bei den jungen Leuten, die mit dem Instrument nach Hause gehen, andererseits aber natürlich auch bei uns: Wir machen damit musikalisch hochbegabte Menschen sehr glücklich und heißen sie ganz herzlich in der Deutschen Stiftung Musikleben willkommen, voller Vorfreude auf die weiteren musikalischen Schritte mit dem Instrument.
(Das Titelbild zeigt die Geschwister Sophie und Felix Rauch nach der Entscheidung für „ihre“ Instrumente.)
