Stipendien

Gerd Bucerius-Stipendium

Ein Meisterkurs kann schnell sehr kostspielig sein, vor allem, wenn er im Ausland stattfindet. Gleichzeitig sind internationale Erfahrungen und künstlerischer Austausch für junge Musiker:innen wichtig. Viele Nachwuchsmusiker:innen suchen nach der Erstausbildung an einer deutschen Musikhochschule die Herausforderung einer anschließenden Vertiefung an „Künstler:innenschmieden“ wie der Juilliard School in New York oder der Londoner Guildhall School, wo sie mit erfahrenen Pädagog:innen und Solist:innen weiter an ihrem künstlerischen Ausdruck arbeiten können.

Um Studien und Meisterkurse sowie Wettbewerbe im Ausland trotz der mitunter hohen Kosten für den Lebensunterhalt, die Reise oder die Teilnahmegebühr zu ermöglichen, hat die Deutsche Stiftung Musikleben in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius 1999 ein spezielles Förderprogramm eingerichtet. Es richtet sich an klassische Musiker:innen aller Instrumente im Alter bis zu 26 Jahren. Durch ein Gerd Bucerius-Stipendium soll sichergestellt werden, dass die jungen Künstler:innen sich ganz auf die Musik konzentrieren können und trotzdem an Kursen und Studien im Ausland teilnehmen können.

Die Ausschreibung des Gerd Bucerius-Stipendiums erfolgt einmal im Jahr im Frühjahr an dieser Stelle. Der Förderungszeitraum ist jeweils der 1. Juli bis 30. Juni des Folgejahres.

Gerd Bucerius-Stipendiat:innen 2022/23: Melin Acikel (Fagott), Anna Olivia Amaya Farias (Violoncello), Robert Bily (Klavier), Toby Cook (Viola), Aurel Dawidiuk (Orgel, Klavier Dirigieren), Moë Dierstein (Violine), Fabian Egger (Querflöte), Ània Custodio Folch (Violoncello), Johanna Dorothea Görißen (Harfe), Jonas Hensell (Kontrabass), Philipp Huber (Klavier), Samuel Meller (Klavier), Myriam Navarri (Oboe), Jakob Plag (Klarinette), Johanna Rist (Blockflöte), Georg Schäfer (Orgel), Hanna Schwalbe (Klavier), Emanuel Sint (Fagott), Julia Stephan (Klavier), Daniel Streicher (Klavier), Guohan Tang (Viola), Polina Tarasenko (Posaune), Leon Wenzel (Klavier) und Zifan Ye (Klavier).

Gerd Bucerius-Stipendiatin 2022/23: Polina Tarasenko (Posaune)

Carl-Heinz Illies-Stipendium

Das Carl-Heinz Illies-Stipendium ist eine Förderung speziell für junge Pianist:innen bis zum Alter von 23 Jahren. Es soll den Musiker:innen schon zu Beginn ihrer Ausbildung Besuche von Meisterkursen und Wettbewerben im Ausland ermöglichen.

Die Initiatorin und Stifterin dieses Stipendiums ist Maria Illies, Mitglied im Kuratorium der Deutschen Stiftung Musikleben, die seit früher Kindheit eine besondere Leidenschaft für das Klavier und die Klaviermusik hegt:

„Weil ich selbst schon mit sieben Jahren Klavier gespielt habe, kenne und verstehe ich die großen Herausforderungen, die an die jungen Künstler:innen gestellt werden. Diese beinhalten sowohl hohe technische und interpretatorische als auch persönliche Qualifikationen. Die Teilnahme an internationalen Meisterkursen ermöglicht es ihnen, bei bekannten Professoren viel zu lernen, - ihre Technik zu verbessern, ihr Spiel zu verfeinern, - darüber hinaus können sie sich mit anderen jungen Pianist:innen treffen, sich mit ihnen austauschen und vergleichen. Oft ist die Teilnahme an einem Meisterkurs die Voraussetzung für die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Die erfolgreiche Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb wiederum öffnet die Tür zur internationalen Presse, zu Künstleragenturen oder anderen wichtigen Organisationen, wie z.B. zur European Concert Hall Organisation – kurz – ECHO oder zum Förderprogramm der BBC: „New Generation Artist“.“

Das Carl-Heinz Ilies-Stipendium wird jährlich im Frühjahr ausgeschrieben. Das Bewerbungsformular finden Sie dann an dieser Stelle. Der Förderzeitraum für das Carl-Heinz Illies-Stipendium ist jeweils der 1. Juli bis 30. Juni des Folgejahres.

Carl-Heinz Illies-Stipendiat:innen 2022/23: Utako Endo, Wilhelmine Freytag, Frede Gerschewski, Simon Haje, Ron Maxim Huang, Mikhail Kambarov, Gevorg Matinyan, Enlin Ni, Hanna Schwalbe, Tabea Streicher und Peer Waibel-Fischer.

Robert Bily (Klavier) wurde mehrfach das Carl-Heinz Illies- und das Gerd Bucerius-Stipendium zugesprochen

Dinorah Varsi-Stipendium

Die Deutsche Stiftung Musikleben vergibt 2023 erstmals ein Jahresstipendium an eine:n besonders begabte:n junge:n Pianist:in. Das Stipendium in Höhe von 9.600 Euro ist dem Andenken der uruguayischen Pianistin Dinorah Varsi (1939 – 2013) gewidmet, eine der großen Pianistinnen des 20. Jahrhunderts. Es wird jedes Jahr an eine:n Musiker:in vergeben und kann nicht aufgeteilt werden. Das Stipendium richtet sich an Studierende im Alter zwischen 18 und 23 Jahren, Voraussetzung für eine Bewerbung ist ein 1., 2. oder 3. Preis bei einem internationalen Wettbewerb, ein 1. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie Klavier Solo oder ein 1., 2. oder 3.Preis beim Deutschen Musikwettbewerb.

Das Dinorah Varsi Stipendium dient dem Zweck, die musikalische Ausbildung zu fördern und den/die Pianist:in auf ihrem/seinen Weg in eine professionelle Musikkarriere zu unterstützen. Stifterin ist die Berliner Musikwissenschaftlerin und Journalistin Dr. Monica Steegmann.

Die Bewerbungsphase beginnt im Januar 2023, alle Informationen hierzu werden rechtzeitig an dieser Stelle veröffentlicht.

Dinorah Varsi (1939 – 2013), eine der großen Pianistinnen des 20. Jahrhunderts

Ernst Efinger-Stipendium

Aus dem Nachlass von Ernst Efinger ist ein Stipendium entstanden, dass sich an junge Musiker:innen aus kinderreichen Familien (mindestens 4 Kinder) richtet. Ernst Efinger entdeckte seine Liebe zur Musik früh und hatte selbst viele Geschwister. Er wusste daher, wie schwer es sein kann, diese Begabung und Leidenschaft innerhalb eines so großen Familiengefüges entfalten zu können und hat sein Vermögen der Deutschen Stiftung Musikleben vermacht, damit andere junge Menschen in ähnlicher Situation Unterstützung erhalten.
Das Ernst Efinger-Stipendium fördert die musikalische Ausbildung der/des Musiker:in mit einem monatlichen Beitrag für den Musikunterricht, Noten, Konzertkleidung, Meisterkurse, Instrumentenversicherung und ähnliche Kosten, die damit verbunden sind. Die Höhe des Stipendiums ist individuell und wird auf Grundlage der tatsächlich anfallenden Kosten festgelegt. Das Ernst Efinger-Stipendium ist ein Jahresstipendium mit der Möglichkeit auf Verlängerung. Bevorzugt werden Bewerber:innen, die der Stiftung bereits bekannt sind und ihre besondere Begabung unter Beweis gestellt haben. Eine Bewerbung ist das ganze Jahr über möglich. Bitte treten Sie zuvor mit uns in Kontakt, damit wir ein Vorgespräch führen und alle Fragen klären können. Eine E-Mail an mit einem ersten Eindruck und den Kontaktdaten reicht dafür aus. Wir melden uns bei Ihnen.

Kammermusikstipendium Chamber Lab Montecastelli

Wir fördern nicht nur solistische Laufbahnen oder den Weg in große Orchester, sondern auch die Entwicklung kammermusikalischer Fertigkeiten und die Bildung kleinerer Ensembles. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Kammermusik deutlich zugenommen und es ist für junge Musiker:innen eine gute Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit anderen Musiker:innen zu erlernen und an einem individuellen Repertoire zu arbeiten. Einen oder mehrere Kammermusikpartner:innen zu finden ist jedoch gar nicht so einfach. Das Chamber Lab Montecastelli, initiiert von Boris Kusnezow, einem ehemaligen Stipendiaten der Deutschen Stiftung Musikleben, hat es sich zur Aufgabe gemacht, kammermusikinteressierte Nachwuchskünstler:innen zusammenzubringen und dadurch die Gründung neuer Ensembles zu unterstützen. Gemeinsam verbringen die Teilnehmenden zehn Tage mit der Arbeit an kammermusikalischen Werken in verschiedenen Konstellationen. Vor der malerischen Kulisse der Toskana haben sie die Möglichkeit, sich auszuprobieren und Kontakte zu knüpfen. Das Chamber Lab verfolgt ein ganz besonderes Konzept: Im lieblichen Ambiente der Provinz Pisa gibt es neben der kammermusikalischen Arbeit auch Vom-Blatt-Spiel-Sessions, Konzerte und wissenschaftliche Vorträge. An den Abenden sitzt man gemeinsam im Innenhof des mittelalterlichen Anwesens zusammen und genießt italienische Köstlichkeiten mit regionalen Produkten und Gemüse aus dem Garten des Hauses. Während der gemeinsamen Arbeit werden zwölf kammermusikalische Werke einstudiert, darunter ein Klaviertrio der Wiener Klassik, ein Klavierquartett aus der Romantik und ein Werk aus dem 20./21. Jahrhundert. Ausgewählte Stücke werden in zwei Abschlusskonzerten aufgeführt.
Die Deutsche Stiftung Musikleben vergibt für die Teilnahme am Chamber Lab auch 2023 drei Vollstipendien an Stipendiat:innen, die schon etwas Erfahrung im Bereich Kammermusik mitbringen. Das Chamber Lab Montecastelli findet jährlich im August statt. Das Bewerbungsverfahren startet im Frühjahr. Einen Hinweis dazu finden Sie zu gegebener Zeit an dieser Stelle.

 

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